Scheinleistung
Was ist eine Scheinleistung?
Die Scheinleistung (S) ist eine grundlegende Kenngröße der Wechselstromtechnik. Sie vereint sowohl die wirksam nutzbare Leistung als auch die Anteile, die lediglich zwischen Energiequelle und Verbraucher pendeln.
Sie ergibt sich aus dem Produkt von Spannung und Stromstärke und zeigt damit, welche Gesamtleistung ein elektrisches System bereitstellen oder aufnehmen muss – unabhängig davon, wie viel davon tatsächlich in mechanische Arbeit, Wärme oder Licht umgesetzt wird.
In der Praxis dient die Scheinleistung insbesondere dazu, elektrische Anlagen, Leitungen und Schutzgeräte korrekt auszulegen, da sie den maximal erforderlichen Leistungsdurchsatz abbildet. Gemessen wird die Scheinleistung in Voltampere (VA) und bildet zusammen mit der Wirkleistung (P) und Blindleistung (Q) das sogenannte Leistungsdreieck. Dieses macht das Zusammenspiel der Leistungsanteile verständlich.
Die Scheinleistung liefert eine klare Orientierung, wie stark ein System insgesamt belastet wird und welche Reserven eingeplant werden müssen.
Praxisbeispiel Scheinleistung:
Angenommen, ein Elektromotor in einer Werkstatt wird mit 400 V betrieben und nimmt einen Strom von 5 A auf. Die Scheinleistung berechnet sich zu:
S = U × I = 400 V × 5 A = 2000 VA (2 kVA)
Der Motor hat jedoch einen Leistungsfaktor (cos φ) kleiner 1, zum Beispiel 0,8. Dadurch liegt die Wirkleistung nur bei:
P = S × cos φ = 2 kVA × 0,8 = 1,6 kW
Das heißt: Das Netz und die Leitungen müssen für 2 kVA Scheinleistung ausgelegt werden, obwohl der Motor nur 1,6 kW nutzbare Leistung abgibt. So wird deutlich, warum die Scheinleistung für die Dimensionierung von Kabeln, Sicherungen und Transformatoren entscheidend ist.
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